Burnout – Ausgebrannt im Job!

Burnout - eine oft unterschätzte Krankheit.

Burnout: Die Zahl der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen hat sich in den vergangenen Jahren fast verdoppelt – mittlerweile liegt die durchschnittliche Krankheitsdauer bei 30 bis 32 Tagen im Jahr. Der daraus resultierende volkwirtschaftliche Schaden geht in die Milliarden. Wie kommt es zum Burnout? Welche Symptome sollten wir ernst nehmen und wie können wir uns schützen Es kann jeden treffen: Unternehmer und Sozialarbeiter, Führungskräfte und Lehrer – langjährige Mitarbeiter und Berufsanfänger, ja sogar Schüler und Studenten – Männer und Frauen. Burnout – das Ausgebranntsein – die totale Erschöpfung. Jeder hat schon davon gehört. Studien zufolge bezeichnet sich jeder 6. Arbeitnehmer in Deutschland als Burnout-gefährdet. Dabei handelt es sich bei Burnout nicht um ein klar definiertes anerkanntes Krankheitsbild.

Gründe für Burnout

Genauso vielfältig wie die betroffenen Menschen sind die Gründe, die zu einem Burnout führen. Die hohen emotionalen und kommunikativen Anforderungen, die im Internet- und Handy-Zeitalter dazu führen, dass wir fast rund und die Uhr verfügbar sein müssen, spielen sicher eine gewichtige Rolle. Daneben sind die ständig steigenden beruflichen Belastungen, die erhöhte Eigenverantwortung, die unsicheren Beschäftigungsverhältnisse und der fehlende oder nicht erkennbare Sinn in der eigenen Tätigkeit gewiss auch von Bedeutung. Der Druck zur Selbstverwirklichung, sowohl im Beruf als auch im Privatleben, das ständige Herangehen an die eigenen Grenzen, das geforderte hohe Maß an Flexibilität und Perfektionismus, die wir überall vorgelebt (oder nur vorgegaukelt) bekommen, all das führt dazu, dass wir uns weit mehr abverlangen, als wir in dem Moment im Stande sind zu geben – mit der Folge einer permanenten Überbelastung an deren Ende nicht selten Burnout steht. Dieser permanente Stress wird verantwortlich gemacht für 50 bis 60 Prozent aller Fehltage in Unternehmen. Dabei ist Stress nicht nur für den Erkrankten selber sondern auch für die Unternehmen zu einem immensen Problem geworden. Es entstehen nämlich nicht nur Kosten durch die Fehlzeiten der Mitarbeiter. Gestresste oder an Burnout erkrankte Mitarbeiter können sich schwerer konzentrieren, benötigen für das selbe Arbeitspensum wesentlich mehr Zeit und machen nachweislich mehr Fehler.

Symptome beim Burnout

Burnout bezeichnet einen Zustand ausgesprochener emotionaler Erschöpfung, der einhergeht mit reduzierter Konzentrations- und Leistungsfähigkeit. Burnout ist dabei als der Endzustand einer ganzen Entwicklung anzusehen, die ursprünglich mit einer idealistischen Begeisterung begonnen hat und über frustrierende Erlebnisse zu Desillusionierung, zu körperlichem Ausgebranntsein bis hin zu völliger Apathie führt.

 „Nur jemand, der entflammt war, kann auch ausbrennen.“ (Pines, Aronson & Kafry)

Häufig lassen sich deshalb auch erste Warnsignale in der zunehmenden Hyperaktivität sehen: es wird pausenlos gearbeitet und der Beruf wird zum hauptsächlichen, wenn nicht zum einzigen Lebensinhalt, dem alle anderen Bedürfnisse untergeordnet werden. Dabei fühlen sich die Betroffenen unentbehrlich und in ihrem Tun nahezu perfekt, gerade auch im Vergleich mit anderen Teammitgliedern. Zunehmend kommen die Burnout-typischen körperliche Beschwerden hinzu, wie Kopfschmerzen und Migräne, Schlafstörungen und ständige Müdigkeit, Unlust, Konzentrationsstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Magen-Darm- und Gallenerkrankungen, Muskelbeschwerden. Daneben kommt es häufig auch zu verschiedenen Symptomen auf der emotionalen Ebene wie zum Beispiel Zynismus und Abwertung der Leistung Anderer, Stimmungsschwankungen, Gereiztheit und eine niedrige Frustrationsgrenze, Entmutigung „Das bringt doch eh alles nichts!“ und Gleichgültigkeit „Mir doch egal!“.

Hilfe und Vorbeugung

Neben der Bekämpfung der körperlichen Symptome müssen die psychischen Ursachen also die grundlegenden Muster, die zum Burnout geführt haben, erkannt und neue Verhaltensweisen erlernt werden. Als nützlich haben sich dabei kognitive Verhaltenstrainings, Entspannungsübungen und Kommunikationstrainings erwiesen. Als präventive Maßnahme sollten Burnout-Gefährdete lernen, sich selbst genügend Zeit und Raum zum Entspannen und zum Regenerieren zu geben, zum Beispiel über sportliche Aktivitäten, Musik oder Meditationen. Daneben ist es für Burnout-Gefährdete außerordentlich wichtig, mit einem anderen Blick auf die eigene Arbeit und die zu erledigenden Projekte zu schauen, andere Lebensziele in den Blick zu nehmen und sich mit dem eigenen Nicht-Perfektsein zu arrangieren.

 

Bildquelle Titelbild: steinchen / pixabay.com



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