Energieausweis bei Vermietung und Verkauf

Energieausweis

Immer dann, wenn eine Wohnung oder ein Haus vermietet oder verkauft werden soll, muss unverzüglich ein Energieausweis vorgelegt werden. Potentielle Mieter oder Käufer sollen sich so ein Bild über die Höhe der zu erwartenden Energiekosten machen können. Ungeklärt ist, ob es für die Unverzüglichkeit (d. h. „ohne schuldhaftes Zögern“) auch genügt, wenn man sich nach Aufforderung zügig um einen solchen Ausweis bemüht und diesen sofort nach Erhalt vorlegt.

Bei Verkauf und Neuvermietung ohne vollständigen, korrekten oder zulässigen Nachweis drohen Bußgelder bis zu 14.000 Euro. Ein Energieausweis ist allerdings nur dann Pflicht, wenn das Objekt verkauft oder neu vermietet wird. Bestandsmietern braucht der Ausweis nicht vorgelegt zu werden.

Daneben muss nach der Energieeinsparverordnung (EnEV)auch bei der Errichtung, Änderung oder Erweiterung von Gebäuden ein Energiebedarfsausweis ausgestellt werden. Ausgenommen hiervon sind kleine Gebäude (unter 20 qm) und Baudenkmäler.Ein Energieausweis wird immer für das gesamte Gebäude erstellt. Nur in dem Fall, dass ein Gebäude gemischt als Wohn- und Nichtwohngebäude genutzt wird, kann es sein, dass Energieausweise für Gebäudeteile ausgestellt werden (siehe § 22 EnEV).

Für öffentlich genutzte Gebäude sieht die EnEV eine Pflicht zur Ausstellung und zum Aushang von Energieausweisen vor. Diese gilt für Gebäude mit mehr als 1000 m² Nettogrundfläche, in denen Behörden und sonstige Einrichtungen für eine große Anzahl von Menschen öffentliche Dienstleistungen erbringen und die deshalb von diesen Menschen häufig aufgesucht werden. Die Energieausweise sind an einer für die Öffentlichkeit gut sichtbaren Stelle auszuhängen.

Der Energieausweis

Der Energieausweis besteht aus insgesamt 5 Seiten, wobei je nach Art des Ausweises nicht alle Seiten ausgefüllt werden müssen. Auf der ersten Seite werden allgemeine Angaben zum Gebäude eingetragen, zum Beispiel die Adresse, der Typ, das Baujahr, wie auch Angaben zur Gebäudenutzfläche und der Anlagentechnik. Auch ein Foto des Hauses kann auf der ersten Seite zugefügt werden. Je nach dem, ob ein bedarfsorientierter oder eine verbrauchsorientierter Energieausweis (auf die Unterscheidung gehen wir im kommenden Artikel ein) benötigt wird, muss die zweite oder die dritte Seite des Energieausweises ausgefüllt werden. Die Farbskala zeigt den Energiebedarf, oder auch den Energieverbrauchskennwert an in kWh/m²*a (Kilowattstunden pro Quadratmetern und Jahr) an. Um schneller einen Vergleich mit anderen Gebäuden machen zu können, beinhaltet der Energieausweis eine weitere Farbskala. Diese gibt Auskunft, in welchem Bezug der Verbrauchswert der eigenen Immobilie im Vergleich zu den durchschnittlichen Werten von Häusern liegt.

Auf der 4. Seite befinden sich die Erklärungen zu den im Energieausweis verwendeten Fachbegriffen. Und für jeden Hausbesitzer ist sicher die Seite 5 interessant, denn hier werden verschiedene Modernisierungsmaßnahmen erläutert, die dazu beitragen können, die Energie- und Heizkosten zu reduzieren.

Auf den Seiten des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) finden Sie weitere Fragen und Antworten zum Energieausweis.

 

 



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