Finanzgericht lehnt „Chi-Quadrat-Test“ ab

Bei einer steuerlichen Außenprüfung arbeiten die Prüfer in letzter Zeit gerne mit dem sogenannten „Chi-Quadrat-Test“. Dabei wird, vereinfacht gesagt, das Zahlenwerk des zu prüfenden Unternehmens mit statistischen Methoden auf das gegenüber der statistischen Wahrscheinlichkeit gehäufte Vorkommen einzelner Ziffern überprüft. Ist dies der Fall, liegt nach den Regeln der Statistik der Verdacht nahe, dass die Zahlen manipuliert wurden.

Die Prüfer unterstellen dann ein fingiertes Zahlenwerk und erhöhen die Einnahmen um einen von ihnen geschätzten Zuschlag. So ging es auch der Inhaberin eines Friseursalons, die sich allerdings mit dem „Steuersünder-Vorwurf“ und den hinzu geschätzten Umsätzen nicht abfinden wollte.

Es kam zu einem Verfahren vor dem Finanzgericht Rheinland-Pfalz (Az. 2 K 1277/10), das den „Chi-Quadrat-Test“ als keinen hinreichenden Beweis für den Verdacht eines fingierten Zahlenwerks akzeptierte. Die Richter verwiesen die Finanzbeamten vielmehr auf die Preisliste des Friseursalons (z.B. „Föhnfrisur: 15,00 €“), die automatisch dazu führe, dass bei der Aufzeichnung der Einnahmen bestimmte Ziffern wie „0“ oder „5“ gehäuft auftreten.

Quelle: BdS Newsletter Ausgabe Dezember 2011



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