Mit gebrauchten Lizenzen sparen – aber nicht um jeden Preis!

Viele Unternehmer, IT-Entscheider und Einkäufer haben sich schon interessiert, wissen schon wie es geht oder wollen demnächst gebrauchte Lizenzen einsetzen. Dabei wird die Investitionssumme gegenüber dem Erwerb der aktuellen Editionen der Softwarehersteller massiv verringert. Das ist sicherlich eine erfreuliche Tatsache, aber es gibt hier Einiges zu beachten.

Diverse Softwarehersteller sehen in der Vermarktung von gebrauchter Software einen Angriff auf ihre Urheberrechte. Seit Jahren befassen sich Deutsche Gerichte mit diesem Thema. Der Handel mit Boxprodukten ist seit der Verkündung des sogenannten OEM-Urteils ( Aktenzeichen I ZR 244/97 vom 06.07.2000) des BGH rechtlich geregelt. Die rechtliche Grundlage beruht auf dem Erschöpfungsgrundsatz. Hier müssen die Lizenzen im Original mit Datenträger, Echtheitszertifikat und Handbuch weiter gegeben werde.

Sehr kritisch sollte sich der Kunde beim Erwerb von Lizenzen aus Volumenverträgen verhalten. Gerichtlich ist auch heute noch nicht abschließend geklärt, ob z.B. die Veräußerung/der Erwerb von herausgelösten Lizenzen aus größeren Volumenverträgen, z.B. einem Microsoft Select-Vertrag, gestattet ist. Daher ist die Einbindung der Hersteller bei der Lizenzübertragung zwingend. Das ist heute für einen Händler von gebrauchter Software die rechtlich einzige Möglichkeit, in erster Linie von seinen Kunden, aber auch von sich selbst Schaden abzuwenden.

Es gibt mittlerweile viele Lizenzhändler mit den unterschiedlichsten Geschäftsmodellen. Um bei dem Erwerb von gebrauchter Software finanziellen Schaden und rechtliche Konsequenzen von sich und seinem Unternehmen abzuwenden, sollte der Händler den „Lebenslauf“ der Lizenz nachbilden und belegen können. Als zwingend erforderlich sehe ich eine schriftlich belegte Umschreibung durch den Softwarehersteller oder auch den Eintrag in die Lizenzdatenbank der Hersteller an. Bei Microsoft nennt man das seit ein paar Monaten das Volume Licensing Service Center (VLSC) oder altbekannt als e-OPEN Lizenzverwaltung. Hier muss die erworbene Lizenz unter Ihrem Namen/Ihrem Unternehmen aufgeführt sein. Anders belegte Übertragungen sind äußerst kritisch zu betrachten.

Wie Sie sehen, kann ein vermeintlich günstiger Erwerb von gebrauchter Software im nach hinein noch eine erheblich teure Angelegenheit werden. Zu den finanziellen Aufwendungen von Geldstrafe und Neubeschaffung für den unrechtmäßigen Einsatz von Raubkopien kommt die persönliche Haftung des Unternehmers. Dieser Preis ist einfach zu hoch!

Daher wenden Sie sich beim Erwerb von gebrauchter Software an Händler, die bei einer Übertragung von Lizenzen aus Volumenverträgen den Hersteller einbinden. Bei dem Erwerb von Boxprodukten sind, wie oben geschildert, alle beim Ersterwerb einmal gelieferten Komponenten aus der Box weiterzugeben.

So wird der Kauf und die Nutzung von gebrauchter Software problemlos, verringert die Investitionssumme, erspart ggf. die Anschaffung neuer Hardware und die Schulung von Mitarbeitern.

Harald Zander



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