Worte wirken Wunder

Treffen Sie die richtigen Worte

Worte, laut formuliert als Selbstgespräche. Sicher haben Sie schon mal kleine Kinder beim Spielen beobachtet. Sie begleiten alles, was sie tun mit Worten und plappern unentwegt vor sich hin. Erst im Alter von fünf bis sechs Jahren werden Selbstgespräche immer mehr nach „innen“ verlagert. Und nur in Momenten höchster Anspannung „verfallen“ wir in das „kindliche“ Verhalten und führen lautstarke Selbstgespräche. Aber warum eigentlich nur dann? Denn gerade diese laut ausgesprochenen Worten können sehr viel bewirken.

„Ein einziges Wort verrät uns manchmal die Tiefe eines Gemüts, die Gewalt eines Geistes.“ (Marie von Ebner-Eschenbach)

Worte wirken weiter

Selbstgespräche sind wesentliche Bestandteile des Self-Coaching. Denn unsere Selbstgespräche, also die Worte, die wir laut zu uns sprechen, wirken motivierend und leistungssteigernd. All die Worte, die wir laut formulieren – unsere Fragen, Zweifel, Überlegungen oder natürlich auch unsere positive Motivation – führen dazu, dass die Gedanken, die den Worten folgen klarer und exakter werden. Das hängt hauptsächlich damit zusammen, dass es länger dauert, Worte auszusprechen, als sie nur zu denken. Dadurch dauert es länger, der Prozess ist intensiver, steigert unsere Konzentration und unsere Leistungsfähigkeit. Das laute Formulieren wirkt zudem doppelt, denn wir können uns dabei gleichzeitig zuhören und das Gehörte erneut gedanklich verarbeiten. So können wir uns – durch mit uns selber laut geführte Streitdialoge –  in verschiedene Perspektiven hineindenken und so verschiedene Lösungsvarianten hören und danach bedenken.

Keine Selbstbeschimpfungen

Denken Sie einmal nach: Wie häufig sehen Ihre autosuggestiven Worte – ihre Selbstgespräche so aus: „Boah, ich schaff das einfach nicht!“; „Oh, Gott, das Steuerrecht werde ich nie kapieren!“; „Ich will mich heute mal nicht so aufregen!“ – Und auch wenn diese negativen Sätze nicht sinnvoll und schon gar nicht zielführend sind, so gehen wir manchmal noch sehr viel schlechter mit uns um: „Jetzt streng dich endlich mal an!“; „So dumm kannst du doch gar nicht sein!“; „Reiß dich zusammen, alle anderen schaffen das doch auch!“. Wir beschimpfen uns mit Worten, die wir oft keinem anderen gegenüber nutzen würden.

Dadurch lenken wir unseren Aufmerksamkeitsfokus auf negative Ereignisse und Erwartungen und stärken unsere Ängste, auch in Zukunft zu versagen. Wir geraten in eine Negativ-Schleife, die uns mit Angst an eine erfolgskritische Aufgabe gehen lässt. Das Ergebnis: Wir bewältigen die Aufgabe nicht, und tadeln uns wieder, meistens mit: „Siehste, hab ich ja gleich gewusst!“ 

Worte machen stark

Statt dieser negativen Selbstbeschimpfungen sollten wir uns positive autosuggestive Anweisungen geben, die uns stärken, uns ermutigen und die uns verschiedene Veränderungsoptionen und Lösungsmöglichkeiten eröffnen.Vermeiden Sie in Ihren Selbstgesprächen und autosuggestiven Formeln Verneinungen und kritische Kommentare enthalten.

Sagen Sie also statt: „Ich gebe n i c h t auf!“ —-> „Ich schaffe das!“

Worte, die uns helfen selbstbewusster zu agieren

Nehmen Sie Ihren Erfolg im Kopf vorweg – stellen Sie sich vor, wie Sie die vor Ihnen stehende Aufgabe bewältigen. Also, geben Sie sich positive Botschaften, die auf Ihrer Stärke und Ihrer Energie, auf Ihren Fähigkeiten, Ihren Kompetenzen und Ihren bisherigen Erfolge beruhen. Auf der Suche nach IHREN Sätzen überlegen Sie sich immer:

  • Helfen mir die Sätze, die ich innerlich äußere dabei, eine anstehende Herausforderung / mein Ziel zu schaffen?
  • Helfen mir die Sätze, mich so zu fühlen, wie ich mich gerne fühle?

Wenn Sie IHRE positiven und lösungsorientierten Sätze gefunden haben, wiederholen Sie sie möglichst mehrmals am Tag, damit sie sich fest in Ihrem Gehirn einbrennen – Sie können die Sätze laut sprechen, zum Beispiel vor einem Spiegel, Sie können sie aufschreiben und sie sich immer wieder durchlesen oder Sie können sie in Gedanken durchgehen. Erst wenn Sie Ihre Worte verinnerlicht haben, kann Ihr Gehirn in Stressmomenten darauf zurück greifen und Ihnen Ruhe und Gelassenheit suggerieren.

Ausblick

Es hat sich bewährt, gerade in der Anfangszeit die Hilfe eines erfahrenen Coach in Anspruch zu nehmen. So haben Sie die Chance, zügig und nachhaltig aus Ihren gedanklichen Negativ-Schleifen herauszukommen und so Ihren Worten eine positive Ausstrahlungskraft zugeben.

 

Bildquelle Titelbild: geralt /pixabay.com



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13 Antworten
  1. Christine Scherr
    Christine Scherr says:

    Da gib ich dir vollkommen recht – aber es nützt auch nur begrenzt etwas, wenn einer sich daran hält – und der andere nicht – und als "Psychosch.." abtut? Ich hab mir in der Beziehung schon soviel verinnerlicht – es macht es aber dann auch irgendwie schwer, wenn man sich dauernd bewußt wird oder macht, was man mit Worten – aber vorallem auch mit Gedanken anrichten kann – wie schon gesagt, es artet dann regelrecht in Streß aus.
    Man kann gar nicht mehr unbekümmert drauf los reden…

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  2. Annett Leisau
    Annett Leisau says:

    Christine, wenn du magst und Interesse hast, können wir gerne mal intensiver darüber reden. Eine gelungene Kommunikation ist gerade in einer Beziehung die Basis, die wichtige Grundlage, auf der letztendlich alles beruht.

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  3. Harald Merzbach
    Harald Merzbach says:

    Sage zu dir selbst „es wird schon schiefgehen“ und es wird schiefgehen. Sage dir selbst "ich bin der Größte" und du wirst König……..
    All dies beeinflusst über unser Unterbewusstsein unser Verhalten. Nur haben wir diese Einflussmöglichkeit auf unser Verhalten mit der Zeit vergessen.

    Danke an Frau Leisau für diesen wertvollen Artikel.

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    • Annett Leisau
      Annett Leisau says:

      Hallo, lieber Harald, herzlichen Dank für das liebe Feedback. Ja, sag dir die richtigen Sätze und die bist erfolgreicher und bewältigst vor dir stehende Aufgaben besser 🙂

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  4. Annett Leisau
    Annett Leisau says:

    Ja, das ist wahr, wir sollten uns über die Macht der eigenen Worte in Bezug auf andere, aber auch in Bezug auf uns selber immer bewusst sein. – Übrigens können darüber hinaus auch die Worte wichtig sein, die wir (bewusst oder unbewusst) gar nicht aussprechen, denn wir können nicht nicht kommunizieren 🙂

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  5. Christine Scherr
    Christine Scherr says:

    Danke für die Formulierungen, sie kamen gerade rechtzeitig, weil ICH mir bei meinem Partner den Mund fusslig rede – jetzt kann ich ihm endlich fundierte Ausführungen vorlegen – und nicht nur MEINE Worte präsentieren.

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    • Annett Leisau
      Annett Leisau says:

      Herzlichen Dank für den netten Kommentar, liebe Christine. Schön zu lesen, dass meine Beiträge auf "offene Ohren" treffen und vielleicht sogar Lösungswege anbieten 🙂

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  6. Frank Nießen
    Frank Nießen says:

    Worte können Menschen beeinflussen. Macht ausüben. Worte führten zu Kreuzzügen und Glaubenskriegen. Die Macht der Worte wird uns besser bewusst, wenn wir uns vergegenwärtigen, was Worte alles können…

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