So klappt es mit den Prioritäten

Prioritäten definieren und einhalten

Wenn Sie selbstständig oder als Freiberufler arbeiten, kennen Sie das sicher: Arbeit und Privatleben vermischen sich permanent, insbesondere dann, wenn Sie von zu Hause aus arbeiten. Das Setzen richtiger Prioritäten ist von herausragender Bedeutung, um sowohl den Anforderungen des Jobs als auch den Anforderungen, die Freunde und Familie und nicht zuletzt Ihre Gesundheit, ihr Wohlbefinden an Sie stellen, gerecht werden zu können.

Jeder, der selbstständig oder freiberuflich tätig ist, genießt erst einmal den Vorteil, seine Zeit (relativ) frei einteilen zu können. Allerdings kehrt sich dieser anfängliche Vorteil ziemlich oft in einen Nachteil um, nämlich immer dann, wenn wir beginnen, unsere Beziehungen und unsere Familie, aber auch uns selber nicht mehr so wichtig zu nehmen. Oder uns (vielleicht nur im Selbstgespräch) zu entschuldigen, dass wir in der letzten Stunde mit unseren Kindern oder unserem Partner, mit einer Freundin oder einem Freund auf dem Weihnachtsmarkt waren.

Die eigene Zeit sinnvoll und nützlich einzusetzen und ein dynamisches Gleichgewicht zwischen den verschiedenen, wichtigen Lebensbereichen herzustellen, erfordert das Setzen der richtigen Prioritäten.

Prioritäten setzen, Ziele erkennen und planen:

Sie wissen es genau wie ich: Wer seine eigenen Ziele nicht kennt, kann keine Prioritäten setzen. Um effektiv und effizient arbeiten zu können, sollten Sie sich über das jeweilige Ziel im Klaren sein. Eine präzise Zielformulierung ist eine wesentliche Grundlage. Dabei erweist sich eine Einteilung in kurz-, mittel- und langfristige Ziele als äußerst sinnvoll. Auch die Zerlegung umfangreicher Aufgaben und Projekte in mehrere abrechenbare Teilziele erleichtert es Ihnen, Ihr Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. (Mehr zum Thema: Ziele setzen finden Sie auch im Beitrag: Ziele definieren – als Grundlage eines gelungenen Zeitmanagement)

Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden

Auch das ist uns bekannt: Wichtige Aufgaben müssen zuerst erledigt werden. Dinge die nicht sehr dringend sind, können verschoben werden. Die entscheidende Aufgabe besteht darin, zu erkennen, welche unserer unzähligen Aufgaben ist wichtig, welche dringend und welche vielleicht sogar wichtig und dringend ist und damit eine ganz besonders hohe Priorität hat. Die ALPEN-Methode und das Eisenhower-Prinzip, als Möglichkeiten, Prioritäten festzulegen, habe ich im Beitrag Prioritäten setzen – aber richtig! beschrieben.

Hier nur wenige zusätzliche Tipps: Reduzieren Sie Ihre täglichen Kernaufgaben! Fokussieren Sie sich auf wenige Tätigkeiten und erledigen Sie diese erfolgreich! Und immer wenn Sie der Meinung sind, dass Sie keine Zeit haben, zum Prioritäten setzen.
Aus 8 mach 1:  Bedenken Sie einfach, dass Sie bereits mit Hilfe acht Minuten strukturierter Planung eine Stunde Zeit erwirtschaften können. Aber bei aller Planung: Verplanen Sie nicht Ihren ganzen Tag, sondern maximal 60% Ihrer Zeit. Lassen Sie sich jeweils 20% für spontane Aktivitäten, auf die Sie Lust bekommen und weitere 20 für unvorhergesehenes „Überraschungen“

Delegieren:

Sie haben sich Ziele gesetzt und Wichtiges von Unwichtigem getrennt und dennoch bleiben noch viele zu viele Aufgaben für die 8, 9, 10 oder gar 12 Stunden Arbeitszeit übrig. Auch wenn Sie es nicht gerne lesen: Sie können nicht alles selber machen. Vertrauen in die Fähigkeiten anderer Menschen in Ihrem Team, in Ihrer Familie setzen und einige Aufgaben delegieren zu können, gehört zu den wichtigen Kernkompetenzen.

Lernen NEIN zu sagen:

Natürlich: Aufträge sind für Sie als Freiberufler oder Selbstständiger wichtig, nicht nur um den eigenen Kühlschränke zu füllen. Dennoch hat auch Ihr Tag nur 24 Stunden – und in diesen sollten Sie, wenn möglich auch schlafen, Zeit für sich, für Ihre Lieben und zur eigenen Entspannung und Regeneration haben. Das heißt, Sie können nicht jeden Auftrag annehmen. Lernen Sie NEIN zu sagen.

Jeden Lebensbereich beachten:

Als Selbstständiger oder Freiberufler kennen Sie einen ganz geregelten Acht-Stunden-Tag maximal vom Hören-Sagen. Sie haben Arbeitstage, die sich an Ihrem Arbeitsvolumen und an Ihrer Auftragslage orientieren und manchmal 10 Stunden und mehr umfassen können – Nächte und Wochenende eingeschlossen. Das bedeutet, dass die selbstständige oder freiberufliche Tätigkeit große zeitliche Herausforderungen an Sie (und häufig an die ganze Familie) stellt.

Prioritäten setzen, und zwar in all den verschiedenen Lebensbereichen und in all den Rollen, die Sie einnehmen, und dann nach diesen festgelegten Prioritäten handeln, hilft Ihnen, die eigene Work-Life-Balance zu finden. Ganz sicher geht das nur mit Viel Verständnis auf Seiten der Familie und der Freunde. Aber denken Sie dran – wenn Sie Ihren Beruf eines Tages an den Nagel hängen, weil Sie entweder mit dem vielen Geld nicht mehr wissen wohin, oder weil Sie das „Rentenalter“ erreicht haben – wie viel schöner ist es, den „Rest des Lebens“ dann mit Freunden und Familie verbringen zu können. Vergraulen Sie sie nicht. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit.

Für Freiräume und Entspannung sorgen:

Als Selbstständiger oder Freiberufler sind Sie auf diversen Ebenen gefordert. Stress entsteht dann schnell. Wichtig ist, dass Sie lernen, sich schnell und gezielt zu entspannen – und zwar überall, damit Sie Ihre Akkus aufgeladen bekommen, um den hohen Ansprüchen an Leistungsfähigkeit und Motivation gerecht werden zu können.

Nicht zuletzt deshalb ist ein Ausgleich zur Arbeit, eine Oase zum Kraft tanken sehr wichtig. Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst, für Sport oder für Freizeitbeschäftigungen, die Ihnen Spaß machen – lesen, puzzlen, facebooken. Treffen Sie sich mit Freunden, gehen Sie ins Kino. Alles, was Ihnen einen körperlicher und/oder seelischen Ausgleich bringt, kann helfen neue Kräfte zu sammeln.

 

Bildquelle Titelbild: 262681 / pixabay.com



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