Verschiedene Energieausweise – nach Bedarf und nach Verbrauch

Energieausweis

Im Beitrag Energieausweis bei Vermietung und Verkauf habe ich Sie bereits über die Verpflichtung informiert, einen Energieausweis bei Verkauf oder Vermietung vorlegen zu müssen. Die Ausstellung dieses Ausweises kann dabei auf zwei unterschiedliche Arten erfolgen: als „Bedarfsausweis“ oder als „Verbrauchsausweis“. Darum soll es im heutigen Beitrag gehen.

Welche Energieausweise gibt es?

Grundsätzlich können Energieausweise für bestehende Gebäude entweder auf der Grundlage des berechneten Energiebedarfs oder des gemessenen Energie-verbrauchs ausgestellt werden. Dabei gelten folgende differenzierte Regelungen:

  • Für alle Wohngebäude mit maximal vier Wohnungen, für die der Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde, müssen Energieausweise seit dem 1. Oktober 2008 auf der Grundlage des Energiebedarfs ausgestellt werden. Ausnahmen gelten dabei für Gebäude, die schon bei der Fertigstellung die Anforderungen der Wärmeschutzverordnung 1977 erfüllt haben oder nachträglich auf diesen Stand gebracht wurden.
  • Für Nichtwohngebäude besteht eine Wahlfreiheit zwischen Energiebedarf oder -verbrauch als Basis des Energieausweises.

Energiebedarf als Grundlage

Bei Neubau oder Änderung von Gebäuden und bei alten Bestandsgebäuden sind die Energieausweise auf der Grundlage des Energiebedarfs zu erstellen.

Wenn Energieausweise für bestehende Gebäude auf der Grundlage des Energiebedarfs ausgestellt werden sollen, so sind die gleichen Daten anzugeben wie bei dem Neubau von Gebäuden. Beim Energieausweis zur Vorlage bei Eigentümer- oder Mieterwechsel gestattet die Verordnung die Erfassung von erforderlichen Gebäudedaten durch den Eigentümer, die dieser dann dem Aussteller (z. B. in einem Frage- bzw. Erhebebogen) zur Verfügung stellt. Diese Regelung soll zur Kostenbegrenzung und zur Vereinfachung der Ausstellung von Bedarfsausweisen beitragen, weil so kostenintensive Ortstermine vermieden werden.

Energieverbrauch als Grundlage

Für bestehende Gebäude, die bereits die Wärmeschutzverordnung vom 1. November 1977 einhalten, können Energieausweise auch auf der Grundlage des gemessenen Energieverbrauchs erstellt werden. Dazu muss der witterungsbereinigte Energieverbrauch in den Mustern der Anhänge 6, 7 oder 9 der EnEV angegeben werden.

  • bei Wohngebäuden für Heizung und zentrale Warmwasserbereitung in Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter Gebäudenutzfläche; Vereinfachend bei der Ermittlung der Gebäudenutzfläche darf die Wohnfläche mit 1,2, bei Gebäuden bis zu zwei Wohneinheiten und beheiztem Keller mit 1,35 multipliziert werden;
  • bei Nichtwohngebäuden für Heizung, Warmwasser, Kühlung, Lüftung und eingebaute Beleuchtung in Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter Nettogrundfläche.

Zur Ermittlung des Energieverbrauchskennwertes sind Verbrauchsdaten aus den Heizkostenabrechnungen oder anderen geeigneten Quellen (z. B. Abrechnungen des Energielieferanten) für mindestens drei aufeinander folgende Abrechnungsperioden zu erstellen und zu Grunde zu legen, aus denen ein Durchschnittswert zu ermitteln ist. Zu beachten ist dabei: während der Warmwasserverbrauch von der Nutzung abhängt, wird der Raumwärmeverbrauch wesentlich vom lokalen Klima beeinflusst. Dieser muss daher nach den anerkannten Regeln der Technik (in diesem Fall die VDI 3807) witterungsbereinigt werden.

 

Bildquelle Titelbild: jarmoluk / pixabay.com



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